Gerade fegt ein ziemliches Unwetter über
Peking hinweg. Es ist kohlrabenschwarz, gewittert, donnert und regnet. Da hat
sich die letzten Tage aber auch mächtig was angestaut in Peking.
Die Urlaubsvorbereitungen laufen in vollem
Gange. Ein 20 Euro „teures“ North-Face-Rucksackimitat habe ich bestellt und bin
von der doch nicht zu unterschätzenden Qualität überzeugt. Auch Strand- und
Badesachen habe ich über das chinesische „eBay-Amazon“ erstanden.
Die Zugfahrt von Bangkok runter zu den Inseln
Koh Samui und Koh Phangan habe ich auch schon gebucht. Hier war die erste
Klasse leider schon vergriffen, aber auch die zweite Klasse ist annehmbar. Von
Bangkok bis nach Surat Thani, von dort aus mit dem Boot auf die Insel.
Insgesamt 33 Euro pro Kopf, für knapp 17 Stunden Zugfahrt und 3 Stunden
Überschiffung. Da könnte sich die DB mal eine Scheibe von abschneiden…! (=
Ebenso
konnte ich gerade unser erstes „Hotel“ buchen, wer neidisch werden möchte, darf
gerne hier klicken: http://www.seaviewsunrise.com/tour
Hier müsst ihr links oben auf „Beach View“ klicken. Einer der Bungalows direkt
am Strand gehört uns (=
So sehr ich mich auf den Urlaub freue und
(fast schon mehr) auf das Ankommen in Deutschland, werde ich China (mal wieder)
vermissen. Bis heute habe ich kein so kontroverses, interessantes, komisches,
seltsames, widersprüchliches, manchmal abstoßendes, manchmal bewundernswertes
Land kennen gelernt.
Nächsten Donnerstag sind die mündlichen
Prüfungen, die Woche darauf montags und dienstags die schriftlichen Prüfungen.
Daher muss ich jetzt etwas mehr büffeln… Nach den Prüfungen gehen Chiiya und
ich voraussichtlich für knapp 6 Tage nach Jinan (ihre Heimatstadt) zu ihrer
Familie. Da komme ich auch hoffentlich nochmal dazu, einen letzten „chinesischen“
Eintrag zu verfassen.
Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote. Heute
hatte ich mal wieder Englischunterricht, mit dem gleichen Kerl, der nach
Amerika zum Studieren geht. Mittlerweile kam auch raus, dass er seinen
Universitätszulassungstest („SAT“) in Vietnam absolvierte, da (O-Ton) „es dort
einfacher ist, zu schummeln“. Besonders interessant war heute eigentlich unsere
Diskussion über Medien und Zensur. Auch um sein Englisch zu üben, habe ich ihm
die Website der New York Times etwas näher gebracht und er meinte gleich schon:
Das geht aber nur mit einem VPN Client, oder?
Hier hatten wir einen besonders interessanten
Artikel über Chinesisch-Japanische Beziehungen (die normalerweise alles andere
als sorgenfrei sind). Im Artikel wurde beschrieben, wie China bei der „Memory of
the World Register“ der UNESCO einen Antrag zur Eintragung japanischer
Kriegsverbrechen (brutale Vergewaltigungen, Zwangsprostitution,
Massenexekutionen) eingereicht hat. Das schmeckt Japan nicht ganz so, da – in
krassem Gegensatz zu Deutschland – die Kriegsverbrechen bzw. allgemein die Kriegsvergangenheit
nicht wirklich diskutiert wurde oder wird. Der Artikel war selbstverständlich
objektiv verfasst und hatte keine „Färbung“. Am Ende des Unterrichts meinte er
dann zu mir: Wow, im Artikel wird ja gar nicht geschrieben ob das jetzt gut
oder schlecht ist; ich kann mir meine eigene Meinung bilden. Oh-oh...
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