Über mich

Wer bin ich eigentlich? Was hat mich dazu angetrieben, diesen Blog ins Leben zu rufen? Und warum um Himmels Willen gehe ich nach China? Antworten gibts hier!
 
Mein Name ist Tim, ich bin 22 Jahre alt und studiere Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an der wunderschönen Hochschule Pforzheim.

Diesen Blog hier habe ich hauptsächlich erstellt, um einer breiten Masse zu erzählen, wie es mir während meines Auslandsstudiums so ergeht. Es ist schlicht und ergreifend einfacher, wenn alle an einer Stelle nachlesen können, was dort drüben so passiert, als wenn ich jedem Einzelnen in einer Mail immer wieder das Gleiche erzähle. Ähnliches gilt für Bilder.
Ein zweiter Punkt ist aber vor allem, dass ich die Organisation des Auslandsaufenthalt nicht wirklich prickelnd fand. Infos sind über etliche Ecken zu erkämpfen, manchmal sind diese dann nutzlos oder nur halb richtig. Für einen Auslandsaufenthalt gibt es Fristen, Bescheide, Formulare, Visa und und und... Ich persönlich will daher auch versuchen, euch Interessierten [die in Peking ein Auslandssemester absolvieren wollen]  möglichst gut über die Abläufe an der HS Pforzheim, die Kommunikation mit der UIBE und die Eigenorganisation eurerseits zu informieren.
Infos hierzu findet ihr auf der Seite Studium an der UIBE!

Hier möchte ich allerdings noch erklären, warum ich eigentlich ausgerechnet auf China gekommen bin. Wer sich also die Frage stellt "Wo soll ich hin im Auslandssemester?" der sollte den folgenden Abschnitt lesen:

Ich kann mich noch genau daran erinnern als mich meine Chefin zu meiner Zivildienstzeit im OP (ich arbeitete als OP-Pfleger für ein Jahr) fragte, ob ich denn auch ein Auslandssemester machen wolle. Damals musste ich nicht lange nachdenken und die Antwort fiel mit: Auf gar keinen Fall! recht kurz aus. Ich verbrachte mein ganzes Leben lang in der Region Pforzheim/Karlsruhe, habe mein Realschulabschluss und mein Abitur hier gemacht, hatte meine ganze Familie, Freunde und Freundin hier- ich war (und bin) glücklich wo ich bin. Warum also ab in die Fremde? Das dachte ich mir zumindest bis kurz vor Beginn meines Studiums.

Diese Ansicht änderte sich dann jedoch recht flott als ich während des Studiums viele Internationals kennen lernte und andere Kommilitonen, die schon in aller Welt waren. Auf einmal war es interessant, sich auf englisch mit anderen Menschen über Leben, Kultur und Studium auseinanderzusetzen. Mich haben die Menschen fasziniert in ihrer Offenheit, Hilfsbereitschaft und ihrem Humor. Diese Qualitäten (und auch den 'Biss') hatten ausnahmslos alle Internationals sowie auch deutsche Studenten, die im Ausland waren. Da dachte ich mir: Das will ich auch! Mich mit einem anderen Land auseinandersetzen, dort zu leben, dort zu studieren. Das klang auf einmal nach richtig viel Spaß. Zu dem Zeitpunkt war noch Amerika mein Ziel- auf die Frage, warum nicht Asien, antwortete ich schnell: Zu unterschiedlich, schlechte Infrastruktur, seltsame Kultur, teils gewöhnungsbedürftige sanitäre Bedingungen und weiterer vorurteilsbehafteter Nonsense, den man so von sich gibt, wenn man sich nur oberflächlich erkundigt. Amerika ist vermutlich in vielerlei Hinsicht (ich war noch nie dort, daher solltet ihr diesen Satz mit Vorsicht lesen) anders genug als Europa. Auch dort werdet ihr Unterschiede zur deutschen Kultur und zum deutschen Leben finden. Aber eben auch Ähnliches bis Identisches. Genau diesen Punkt empfand ich anfangs noch als positiv: Das Einleben wird schneller von Statten gehen als anderswo. Zusätzlich ist die Kommunikation auf englisch problemlos und unkompliziert, da mein Englisch nicht das Schlechteste ist. Aber genau dieser Punkt wurde nach und nach ein negativer für mich: Je näher es zum Zeitpunkt kam, sich für ein Auslandsaufenthalt zu bewerben und umso mehr ich über Asien (und China speziell) laß, umso mehr wurde mir eines klar: In den USA werde ich keine neue Sprache lernen. Großartig umstellen werde ich mich voraussichtlich nicht müssen, Amerika ist ja schließlich wie Deutschland westlich geprägt (bzw. vice versa). "Westliches Leben" im weitesten (oder vielleicht sogar engsten) Sinne kenne ich seit nunmehr 22 Jahren. Und genau das hat mich dazu gebracht, etwas völlig Fremdes, Anderes und Neues entdecken zu wollen. Daher lag China als Land meiner Wahl recht nahe.

Der folgende Abschnitt erklärt, wie ich mir China im Moment vorstelle, bzw. was ich von meinem Aufenthalt erwarte. In ca. 2 Monaten werde ich darunter schreiben, wie es in China tatsächlich aussieht und ob meine Erwartungen realistisch waren und inwiefern sie erfüllt/übertroffen wurden.

Erwartungen und Vorstellungen
Ich will nach China, weil ich "Anders" erleben möchte. Ich komme aus einem Dorf mit knapp 10.000 Einwohnern. Peking behaust fast 20 Millionen. In Peking wird die Kommunikation voraussichtlich schwierig, da (angeblich, ich bin gespannt) nur äußerst wenige Menschen selbst nur zwei, drei Wörter englisch verstehen- ich muss also Chinesisch lernen (und bin gerade gaaaaaaaanz oberflächlich dabei). Die Kultur (egalb ob Essen, Leben, Kommunikation, usw.) ist eine völlig andere. Das "Einleben" wird also erheblich länger dauern.
Dies sind nur einige Punkte- ich will es abkürzen: Ich erwarte, von allen möglichen Seiten mit fremdem, neuem und horizonterweiterndem konfrontiert zu werden. Und genau darauf freue ich mich. 

Realität- Wie es mir in China erging


Ja, ich muss schon etwas schmunzeln, wenn ich lese, was ich vor dem Semester hier so geschrieben habe (s.o.). Wie ist es denn nun tatsächlich in Peking?
Ich fand die Umstellung nicht annähernd so schwer, wie ich sie mir vorgestellt habe. Man lebt sich dramatisch schneller ein, gewöhnt sich an die Luft, gewöhnt sich an die Leute. Es ist fremd und anders, ohne Frage, ich finde es aber schon fast schade das es mir so einfach fiel, mich hier einzuleben, da ich es mir noch fremder vorgestellt hätte. Das ist aber sicherlich kein negativer Punkt und soll auf gar keinen Fall heißen, dass Peking westlich wäre (ist es nämlich nicht). Es war nur meine persönliche Erfahrung, dass es mir recht einfach fiel.
Ich würde (fast) ohne Vorbehalt jedem dazu raten, nach Peking zu gehen. Nur wer zu empfindlich ist mit Dingen wie Sauberkeit oder (typisch deutsche) Gepflogenheiten („Ich habe dafür gezahlt, also will ich es auch“ beim Thema Internet, welches STÄNDIG Probleme macht), sollte sich einen Aufenthalt hier nochmal durch den Kopf gehen lassen. Hier müsst ihr für viel kämpfen, da Chinesen grundsätzlich immer versuchen werden Westler übers Ohr zu hauen, ihr müsst viele Dinge fünfmal machen, für die in Deutschland schon jemand gefeuert worden wäre. Ihr müsst ständig lernen, am Ball bleiben mit Chinesisch. Kämpfen für Informationen, kämpfen für Rechte. Eine Herausforderung ist das Semester hier sicherlich, aber ich fand es war eine unfassbare Erfahrung, die ich niemals bereute und es bis jetzt nicht tue. Eines würde ich allerdings anders machen: Käme ich hier nochmal her, würde ich es in Kauf nehmen ein Semester in Deutschland länger zu studieren und mich zu 110% auf die Sprache zu fixieren. Mir macht Chinesisch unheimlich viel Spaß (wenn es am Anfang auch frustrierend ist, da einen keiner versteht und man keinen versteht). Ich hatte den größten Kurs mit 20 (Schul-)Stunden in der Woche, hätte aber gerne noch mehr gelernt (z.B. über Organisationen außerhalb der UIBE) und dafür die Businesskurse sausen lassen. Mit dem 20 Stunden Kurs habt ihr am Ende ungefähr das Niveau des HSK 2 (~A2, also im Beginner Level die höchste Stufe), ihr kennt aber wesentlich mehr Schriftzeichen als nur die angeforderten 300 Hanzi. Falls es die Möglichkeit gibt, bleibt ein Jahr hier! Ich meine es ernst: Nach einem Semester seid ihr endlich soweit, die alltäglichen Dinge des Lebens auf Chinesisch zu meistern, habt eure ersten Konversationserfolge mit „wilden“ Chinesen und könnt endlich mal draußen den ein oder anderen Satz auf Chinesisch lesen. Nach einem weiteren Semester hat man nach Aussage von manchen Lehrern das Niveau B2, was an einigen Unis die Mindestvorgabe für Englischkenntnisse (!) ist, ihr könnt in der Theorie also nach einem Jahr hier so gut Chinesisch wie Englisch nach 8 Jahren Unterricht in der Schule. Das nur so nebenbei…
Ich freue mich auf zu Hause, werde Peking aber nicht glücklich verlassen. Für mich wurde es meine asiatische Heimat und ich hoffe schwer, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Ich habe die Zeit sehr genossen und gehe mit unbeschreiblichen Eindrücken und Erfahrungen nach Deutschland zurück. Ich kann nur sagen: Nehmt die Erfahrungen mit- die kann euch keiner nehmen!


1 Kommentar:

  1. Hi Tim,

    ich hätte ein paar Fragen. Wäre echt cool wenn du dich bei mir mal melden könntest.

    Beste Grüße
    Aytekin

    Polayt@hs-pforzheim.de

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