Essen und Trinken

Ich habe schon dutzende Seiten, Blogs, Bilder, Bücher etc. zum Thema Essen und Trinken in China, speziell in Peking, begutachtet. Am allermeisten freue ich mich aber darauf, Euch meine eigenen Erlebnisse mit (teils merkwürdigen) Mahlzeiten in China zu berichten!


Mein erstes chinesisches Essen (auf chinesischem Boden) waren Dumplings. Das sind mit allerlei Dingen gefüllte Teigtaschen, die es gedämpft oder auch frittiert gibt. Die waren herrlich frisch (z.B. mit chinesischem Kohl und Schweinefleisch gefüllt, Schwein und Chili, Schwein und Shitake,...) und unglaublich günstig. Für eine vollwertige Mahlzeit und "etwas Anderes" eine gute Wahl!

Grundsätzlich kann man sagen: Chinesen teilen gerne und zeigen Interesse und Sorge um Andere. Das sieht man vor allem am Essen: Die meisten Chinesen, die ich bisher beim Essen beobachten konnte bestellen sich sehr viele (!) kleinere Dinge. Diese kommen dann auf die Mitte des Tisches und jeder isst von allem. Eine tolle Art zu essen!

Wirklich empfehlen (siehe: Sehenswürdigkeiten) kann ich beim Essen die Wangfujing Snack Street bzw. den gerade westlich gelegenen Donganmen Night Market (der auch tagsüber offen hat). Hier gibt es alles, was man irgendwie auf Spießen anbieten kann! Sogar einen kleinen Haifisch wenn man möchte... Nicht nur um die Spezialitäten Pekings kennen zu lernen lohnt sich dieser Besuch, sondern auch um die beliebte Form des Von-Spießen-Essens kennenzulernen. Tipp: Nehmt Servietten/Taschentücher mit, ihr seht nachher nämlich ganz schön schweinisch aus...
Auf dem Markt gibt es an fast jedem Stand (und davon gibt es dutzende!!!) eine Art Kebapspieß vom Lamm und süße kandierte Früchte. Auch so gewöhnliche Dinge wie Wantan, Frühlingsrollen, gebratene Nudeln oder auch eine Art Burito auf chinesisch gibt es hier. Wirklich abgefahren sind dagegen allemöglichen Tierinnerein, Austern (mit irgendwas drauf angebraten), 'stinky tofu', Hai, eine ganze (!!) Lammkeule, Schlange, Skorpione, Spinnen (die großen, dicken, schwarzen, hässlichen und haarigen!!), Heuschrecken, Seidenlarven, eine bestimmte Art von Krabbe und sicher noch mehr Dinge, die ich vielleicht übersehen habe... Alleine das mal zu sehen lohnt sich!

Circle Hotpot

Auf dem Band vor dem Gast zirkulieren alle möglichen und unmöglichen Zutaten- gezahlt wird für jeden Spieß, den man sich nimmt.
Beim "Circle Hotpot" am Eastgate: Hotpot ist quasi Fondue auf Chinesisch- super lecker!

Der Clou hier: Man zahlt für jeden Spieß einen Festpreis und nimmt sich, was man gern hätte, vom Circle-Fließband.





"Nudelsuppe"
Spezielle Nudeln in einem kleinen "Seitengassenrestaurant" nahe des Eastgates. Dort sollte man sich lieber nicht allzu genau umschauen- schmecken tut es aber sehr lecker!

Zutaten hier: Frühlingszwiebel, Tofu, Rindfleisch, Nudeln, Wachteleier, Bambuskeimlinge.

Die Nudeln sind sehr lang, werden daher traditionell geschlürft.


So sieht das Ganze aus, wenn man es etwas "arrangiert" in der eigenen Suppenschüssel.


Snacks
Als kleinere Snacks findet ihr im und um den Campus dutzende Möglichkeiten! Zwei meiner Leibgerichte: Die auf dem Campus nahe des Boxue-Buildings erhältlichen „Pizza Fladen“ (ich habe keine Ahnung wie man die sonst bezeichnen soll). Das sind wie große Pfannkuchen mit einer leicht süßlichen Soße- aber ein herzhaftes Gericht. Für 4 Kuai eine Portion ein super-leckerer Snack!







Korean BBQ
Ähnlich wie beim Hotpot ist hier jeder sein eigener Koch, aber neben einem großen Pott voll Wasser ist jeder Grillmeister. Interessante Art zu essen, wobei mich das jetzt nicht sooo vom Hocker gerissen hat. Ich mag aber außer Kibimbap (nicht die leiseste Ahnung, wie man das schreibt…) auch nicht wirklich koreanisches Essen…
In der Mitte des Tisches findet ihr die große Grillplatte, meist mit den "Sidedishes" wie Kimchi (Schreibweise fraglich), Sojabohnenkeimlingen und sonstigem Grünzeug.



Wir hatten Gemüse und diverses Fleisch (auch Rindszunge) zum Grillen.

Das Grillgut legt man dann mit einem/mehreren der Sidedishes in ein Salatblatt, nimmt sich etwas Soße, rollt das alles zusammen und isst es.



Bei den großen Fleischstücken helfen die "Köche" nach- mit der Schere!

Eine weitere Spezialität: Kalte Nudeln. Ausgerechnet für mich, der kalte Sachen ja sooo gerne isst..


"Second Floor Chinese Place"
Also hier müsst ihr hin!
Seeeeehr leckeres Essen für um die 40 Kuai pro Person. Wir haben es immer typisch Chinesisch gemacht: Anzahl der Personen = Anzahl der Gerichte, aller isst von allem aus der Mitte. Direkt aus dem Westgate raus in die kleine Straße mit den vielen Restaurants (wo am Ende auch das Laker’s ist!). Ganz am Anfang der Straße geht es rechts eine Treppe hoch (man sieht von außen nur ein kleineres Schild, die Wände des Restaurant sind rot gehalten).
Die absoluten Geschmacks-Highlights findet ihr hier:
Diesmal bestellt Sascha.
Butterzartes Schweinefleisch in einer wunderbar herrlich-knusprigen Panade mit einer süßlich-chinesischen Barbeque-Soße. Überragend. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.


Schweinefleisch in schöner Marinade, darunter etwas Frühlingszwiebel...



Rindfleisch mit Schwarze-Bohnen-Soße, Paprika und Zwiebeln.

Rindfleisch-Tomatensuppe mit vieeeeel Koriander. Wer's mag...

Mein Lieblingsgericht! Schweinefleisch in einer tollen Panade in süß-saurer Soße! Mann, werde ich das vermissen...

Das Schweinefleisch von vorhin (mit den Frühlingszwiebeln) legt man in kleine Tofu-Ecken, rollt sie zusammen und isst sie. Sehr lecker!

Aubergine in einer tollen Soße! Alle Gerichte auf den schwarzen Platten kommen bruzzelnd und dampfend auf den Tisch! Vorsicht: Akuteste Verbrennunsgefahr!!!!


Hähnchen mit toller Panade, Zwiebeln. Manchmal sehr lecker, manchmal so lala. Weiß auch nicht, warum die das nicht immer konstant gleich gut hinkriegen...


Grüne Bohnen mit Chili und Knoblauch. Einfach und gut!


Scharfe Kartoffeln! Leider annähernd so knusprig, wie es ausschaut!

Ein besonderes Highlight: Karamellisierte Süßkartoffeln! Oh Mann oh Mann, die sind ein Gedicht! Aber auch hier: Vorsicht, sauheiß!




Japaner
Ebenso in der kleinen Straße am Westgate, direkt vorm Laker’s. Ist für Abwechslung nicht schlecht (vor allem, wenn ihr immer Chinesisch, Westlich, Chinesisch, Westlich usw isst.). Ist meiner Ansicht nach aber nicht annähernd so gut wie ein „richtiger“ Japaner in Deutschland. Und in Anbetracht der Qualität meiner Meinung nach noch überteuert. Das Sushi hält selbst durchschnittlichem Sushi in Deutschland kaum stand- dafür ist es vergleichsweise günstig.

Nicht meine Sache, aber ich glaube es sind japanische Udon...


Schweinefleisch gefüllt mit Käse und einer sehr leckeren Soße. Das ganze im Set, mit Reis, einem kleinen Salätchen, einer Seetangsuppe, bisschen Früchtchen, drei kleinen Gürckchen in Sojasoße.



Sushi- hier schaut es lecker aus, ich hatte aber in Deutschland schon um Welten besseres!


 


Teppanyaki
Sicherlich sollte man sich auch mal ein Teppanyaki-Erlebnis gönnen! Die gibt es in Peking genügend, wo genau wir hier waren weiß ich leider nicht, falls es jemanden so brennen interessieren sollte, schreibt mir eine E-Mail, ich frag mal bei anderen nach…

Da es Saschas Geburtstag war und es die letze Möglichkeit war: Hier auch seine Tingli-Lehrerin mit dabei.



Der Koch bereit alles vor den Augen zu.

Wir waren zwar japanisch essen, aber in China darf natürlich ein Tsingtao nicht fehlen (für die richtige Aussprache übrigens Qingdao, nicht Tsingtao).

Etwas Sashimi öffnet den Magen...!




Da hat jemand ganz schön mächtigen Hunger!

Nach monatelanger Abstinenz von wirklich gutem Rind hier die Offenbarung- Wow!

Auch Austern gab es. Die schmeckte mir so gut wie in Deutschland: Nämlich gar nicht.

Zum Abschluss gab es kandierte Banane mit Eis!





Black Sesame Kitchen
Eine heiß gelobte Küche in Peking, die für 300 Kuai ein 10 Gänge Menü mit beliebig viel Rot-/Weißwein anbietet. Wir waren mit einer großen Gruppe, die Plätze im Restaurant sind auf ca. 25 reduziert, wer also mit einer kleineren Gruppe kommt, teilst sich einen der zwei großen Tische mit einigen Fremden, was es aber sicher auch interessant macht. Wir hatten allerdings einen Tisch für uns.
Ohne zu wissen, dass dort ein Restaurant ist, findet man allerdings nicht hin. Durch Seitengassen, die mehr nach Raub und Vergewaltigung aussehen, hat man sich unter Umständen bei kuhfinsterer Nacht durchzukämpfen. Als ich zum Taekwondo-Schwarzgurt Sascha meinte, ob er sein Messer dabei hätte, meinte er nur recht trocken zu mir: Ich brauche kein Messer. Ich meinte auch nicht für ihn- sondern für mich…
Naja, nach dem recht dubiosen Weg dorthin wird’s innerhalb des Restaurants sehr viel freundlicher: Sehr freundliches Personal, das hervorragend englisch spricht, nette Einrichtung und natürlich das Highlight: Man kann dem Koch bei allen Gerichten über die Schulter schauen, zusätzlich hilft ein Spiegel oberhalb der Herdplatten, um ihm sogar auf die Finger zu schauen.
Die Gerichte waren allesamt gut, manche herausragend, manche eher mittelmäßig. Der Wein war (zum Glück!) kein Chinese.
Alles in allem sicherlich eine Erfahrung wert; die 300 Kuai sind für chinesische Verhältnisse astronomisch hohe Preise pro Person, in Euro jedoch nur 37,50€. 10 Gänge mit Wein bis zum Umfallen in einer sehr exklusiven Atmosphäre sind das allemal wert!
Natürlich darf auch Tee nicht fehlen.


Das kleine, schnuckelige Restaurant von außen.




Unser Menü für den Abend.

Die ganze Truppe auf einem Bild. Leider war die Kellnerin im Fotografieren nicht das größte Talent.



Dumplings- die waren sehr lecker!


Aubergine auf Chinesisch- seeeehr lecker!


Ente in Biersoße. Gut, aber nicht umwerfend gut.

Warum ich da so überrascht war, weiß ich auch nicht.

Lotus.

Grüne Bohnen mit Speck- sehr lecker.

So viel Pepperoni? Die kamen alle in ein Gericht!

Andrea und Chiiya genießen den abend!

Fanni ist schon etwas angetrunken, Sascha gefällt's!

Fanni (etwas angetrunkener), Andrea und Chiiya.

Und da sind die ganzen Pepperoni!


Und mit dem Koch gabs zum Schluss einen Schnaps!


Daher hat die Küche ihren Namen: Das Schwarzer-Sesam-Eis.

Die kandierten Bananen im Hintergrund, die geleerten Weingläser im Vordergrund.

Die Bananen mit dem Eis waren fantastisch!

Da hat wohl einer den Kopf hängen lassen.

Die drei waren dann doch sehr heiter am Ende des Abends...
 


1 Kommentar:

  1. Eine Frage: Als ihr beim Teppanyaki gegessen habt, schreibst du, dass Saschas Tingli-Lehrerin dabei war. Was ist das?

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