Es gehen viele ereignisreiche Tage zu Ende, und ich sitze
mal wieder in einem Cafe und finde etwas Zeit, einen kleinen Statusbericht
abzuliefern
.
Bei mir läuft soweit alles in Ordnung. Chinesisch geht
ordentlich voran, nächste Woche finden die „mid-terms“ statt. Chiiya meint, ich
mache erhebliche Fortschritte. So ganz stimmt das nicht, aber ich sehe
Fortschritte. Sobald sie das nötigste mit ihrer Master-Thesis rum hat, wollen
wir probeweise mal ein bis zwei Wochen nur auf Chinesisch miteinander kommunizieren.
Ich denke daher, dass ich ihr in den zwei Wochen nicht sooo viel zu sagen haben
werde.
Die Arbeit läuft ganz gut, aber leider nach wie vor zu
schleppend. Ich habe zwar zwei neue Schüler, aber da ist doch noch viel Luft
nach oben. Auf der anderen Seite bin ich ja auch nur noch 2,5 Monate hier,
insofern lohnt es sich auch nicht allzu sehr, mir jetzt noch so viele neue
Schüler zu holen.
Nicht zuletzt dank
Anna habe ich mich vor zwei Tagen auch endlich für das Masterprogramm beworben,
daher heißt es jetzt erst mal: Daumen drücken! Ich hoffe doch sehr, dass es
jetzt am letzten Schritt nicht doch noch scheitert, und die mich gar nicht
nehmen.
Chiiya hat nach langem und schwerem Weg auch ihre Thesis zu
Ende gebracht. Mit dem schreiben tat sie sich ganz schön schwer…! Ihre
Thesisverteidigung ist Mitte Mai, bis dahin muss sie aber Bewerbungen erledigen
und noch kleinere Dinge an der Thesis arbeiten. Da sie ja aktuell auch
unterrichtet um sich etwas Geld zu verdienen, ist auch sie schwer beschäftigt.
Daher war es besonders schmerzlich, als sie vor drei Tagen nachts ihre
Wasserflasche ausversehen über das Macbook ihrer Zimmergenossin goss. Diese hat
natürlich selbiges erst mal einschalten wollen (während es noch triefend nass
war), und um sicher zu gehen, dass auch wirklich alles im Eimer ist, hat sie es
auch noch an die Steckdose gehängt. Nach längerer Recherche im Internet war
dann ziemlich klar, dass Chiiya aller Voraussicht nach nicht zum Geld sparen
kommen wird, denn so ein Schaden ist teuer. Das bestätigte dann auch ein
Mitarbeiter im Applestore, der für die Reparatur ca. 6000 Kuai (ungefähr 1.000
US Dollar) veranschlagte. Die wäre allerdings nur nötig, wenn diverse
Komponenten ausgetauscht werden müssten. Das war für mich eigentlich schon fast
selbstverständlich, da die naive Besitzerin des Notebooks ja selbiges gleich
mit der größtmöglichen Strommenge versorgen musste…! Chiiya war entsprechend
gelaunt, das Geld hatte sie für andere Dinge eingeplant.
Glücklicherweise kam
heute ein Anruf: Das Notebook funktioniere wieder, auch die Daten sind noch
alle da. Reparatur ist anscheinend keine nötig; Kostenpunkt: Neven. So Recht
glauben mag Chiiya das noch nicht – und ich noch weniger. Und ja, ich hatte
bestimmt denselben Gesichtsausdruck, den ihr (Helmut und Jens) gerade habt, als
Chiiya mir die Geschichte mit Wasser und Stromzufuhr erzählt hat. Ihr Glück glauben werde ich aber erst, wenn
ich das Notebook funktionstüchtig sehe.
Ich muss jetzt noch einige Schriftzeichen pauken. Das
nächste Mal werde ich auch einige Bilder meines Arbeitsplatzes und meiner
aktuellen Räumlichkeiten hochladen.
UPDATE: Da ich die Einträge immer irgendwo schreibe und sie
dann abends hochlade, sind diese meistens ein paar Stunden alt. Daher noch
brandaktuelle Nachrichten: Ich hab von der Uni eine „conditional offer“
erhalten!! Wenn ich denen jetzt also mein Bachelorzeugnis geben kann (wenn ich
es denn selbst mal hab‘), dann bin ich für den Studienplatz genommen!! (=
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